Seit mehreren Jahren geniesse ich das Vertrauen von mehreren JVA in der Schweiz und die Resultate, die wir mit den Hunden dort erreichen sind bemerkenswert. Die wissenschaftlich bewiesene beruhigende Wirkung der Hunde wirkt sich unmittelbar auf die eingewiesenen Personen aus und dies wiederum auf das Betreuungspersonal, welches sich mit wesentlich entspannteren Gefangenen konfrontiert sieht. Eine Win-win-Situation par excellence also…
Im Zusammenhang mit den tiergestützten Interventionen kursieren mehrere Begriffe, was die Interaktion zwischen Hund und Mensch anbelangt. Weit verbreitet und allgemein etabliert ist die Bezeichnung "Therapiehund", welche per Definition falsch ist. Korrekt ist der Begriff "Therapiebegleithund".
Im Umfeld mit den JVA benutze ich jedoch den Begriff "Besuchshund", da der Begriff "Therapie" in diesem Zusammenhang oft negativ behaftet ist. Oftmals wird sogar alles, was irgendwie mit Therapie zu tun hat von vornerein abgelehnt. Wenn wir jedoch vom Besuchshund reden, ist die Akzeptanz wesentlich grösser und die Wirkung ist exakt die Gleiche, egal welcher Begriff letztendlich benutzt wird. Ausnahmen sind Personen, die aus den verschiedensten Gründen Angst vor Hunden haben. Aber auch hier haben wir schon viele Ängste abbauen können.
Nüchtern betrachtet ist die Ablehnung des Begriffs "Therapiebegleithund" resp. "Therapiehund" m.E. nachvollziehbar: Wer lässt sich schon gerne therapieren, gibt das zu oder spricht offen darüber. Ich würde mich da keinesfalls ausnehmen.
Der Kontakt zu den Hunden wird von den eingewiesenen Personen unterschiedlich wahrgenommen: Die einen mögen es, wenn der Hund während der ganzen Zeit einfach neben
ihnen liegt und so Körperkontakt stattfinden kann, andere führen die Hunde innerhalb der Räumlichkeiten spazieren und die Dritten machen aktiv etwas mit dem Hund. Die Bedürfnisse der eingewiesenen Personen sind individuell und je nach Sicherheits-Setting unterschiedlich stark ausgeprägt.
Was sich nicht bewährt hat, ist das blinde Anwenden eines gewissen zuvor gelernten Schemas über den Ablauf des Besuchs. Ich sage nicht, dass es nicht funktioniert, aber nicht überall. Diesbezügliche Erfahrungen habe ich anfangs auch gemacht und ich bin schnell davon weggekommen. Jeder Besuch ist immer ein besonderes individuelles Erlebnis und es benötigt, gerade in diesem Bereich, eine grosse Portion an Einfühlungsvermögen, damit der Besuch um das Dreiergespann "Eingewiesene Person – Hund – Hundeführer" erfolgreich über die Bühne geht und letztendlich allen etwas bringt.
Die nachfolgenden Bilder zeigen die eingewiesene Person M.B. aus der JVA Lenzburg. M.B. macht sich jeweils lange im Vorfeld Gedanken über den Parcours, den er mit dem Besuchshund (hier: Nina) absolvieren möchte. Und gemeinsam kriegen wir es in der Regel auch hin. Es war zudem der ausdrückliche Wunsch von M.B., sein Gesicht auf den Fotos nicht unkenntlich zu machen. Diesem Umstand zolle ich grossen Respekt und sage DANKE!













